{"id":705,"date":"2012-06-02T01:00:01","date_gmt":"2012-06-01T23:00:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fws-seth.de\/?p=705"},"modified":"2018-11-28T23:46:46","modified_gmt":"2018-11-28T22:46:46","slug":"darum-wollen-cdu-und-spd-wirklich-eine-breitbandversorgung-mit-dem-wzv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fws-seth.de\/?p=705","title":{"rendered":"Darum wollen CDU und SPD wirklich eine Breitbandversorgung mit dem WZV"},"content":{"rendered":"<p>Zun\u00e4chst muss man einige Hintergr\u00fcnde zum Thema schnelles Internet in Deutschland wissen. Die CDU gef\u00fchrte Bundesregierung hat als Marschrichtung eine Versorgung mit 50 Mbit schnellen Datenleitungen f\u00fcr 75 % der Haushalte bis 2014 ausgegeben. Die Kosten daf\u00fcr werden von einschl\u00e4gigen Unternehmen auf 50 Milliarden Euro beziffert. Das ist sehr viel Geld und kann selbst von den gr\u00f6\u00dften Firmen nicht alleine geschultert werden.<br \/>\nWenn eine Firma das k\u00f6nnte, w\u00e4re da noch ein weiterer Klotz am Bein: Die Bundesnetzagentur. Diese hat vielf\u00e4ltige Aufgaben. Eine der wichtigsten ist die \u00dcberwachung des Wettbewerbs und damit verbunden die Beschr\u00e4nkung von Monopolen. Im Bereich der Telekommunikation d\u00fcrfte bis heute die Deutsche Telekom die einzige von der BNA geg\u00e4ngelte Firma sein. Wie auch immer, mit der Privatisierung der Deutschen Bundespost wurde der Weg frei gemacht f\u00fcr viele kleine Anbieter in Sachen Telekommunikation.<br \/>\nSchleswig-Holstein hat ein Breitbandkompetenzzentrum eingerichtet und verfolgt damit die Verkabelung unseres Bundeslandes mit Glasfasernetzen. Chef des Ganzen ist der Wirtschaftsminister des Landes. Auf einer Karte kann man im Internet mehr oder weniger aktuell sehen, wer was wo als Breitbandnetz am Laufen hat.<br \/>\nIn Schleswig-Holstein werden immer mehr Zweckverb\u00e4nde mit dem Aufbau von Glasfasernetzen t\u00e4tig. Die ersten waren die Norderstedter Stadtwerke mit ihrer Sparte \u201eWilhelm Tel\u201c im Jahre 1998. Sie waren auch die Ersten, die heftige Verluste machen durften. Bis ca. 2006 hatten sich ca. 10 Mio. \u20ac Miese angeh\u00e4uft, denen erstmals im selben Jahr keine 400 000,00 \u20ac Gewinn gegen\u00fcberstanden.<br \/>\nNachdem einige Gesch\u00e4ftsmodelle \u201eUnser Ortsnetz GmbH\u201c nicht durchgef\u00fchrt werden konnten und viele Kommunen die Aussichtslosigkeit f\u00fcr eine solide Finanzierung eines Glasfaser Breitbandnetzes erkennen mussten, trat der Kreis Segeberg an \u201eseinen\u201c WZV heran. Dieser steht ja bekanntlich auf festen Beinen und w\u00e4re der ideale Kreditnehmer. Auf der letzten B\u00fcrgerversammlung in Seth sagte der Vertreter des WZV, Herr Finnern, auch deutlich, dass man das Projekt Glasfasernetz von sich aus auch gar nicht wollte. Der Kreis w\u00e4re an den WZV herangetreten und nun m\u00fcsse es halt umgesetzt werden.<br \/>\nWir von der FWS setzen genau hier mit unserer Kritik an. Es wird verkauft, dass der Gemeinde Seth bei dem Projekt WZV keine Kosten entstehen w\u00fcrden. Wir glauben das nicht. Den Stadtwerken Eckernf\u00f6rde wurde von der Stadt in 2011 1,1 Mio. von der j\u00e4hrlich \u00fcblichen Gewinnbeteiligung erlassen. Das alles f\u00fcr eine partielle Glasfaserversorgung von ca. 350 Wohneinheiten. Das sind doch Kosten \u2013 oder? In Norderstedt brannte in 2003 die H\u00fctte, weil die Gewinnaussch\u00fcttung der Stadtwerke wegen der Verluste im Breitbandbereich teilweise zur Disposition standen. Das sind doch auch Kosten \u2013 oder? Wenn der WZV keine schwarzen Zahlen schreibt, will er die am Projekt teilnehmenden Gemeinden beteiligen. Selbst wenn \u201enur\u201c die Gewinnbeteiligung des Kreises schrumpft, werden wir in Seth das merken. Auch das sind doch Kosten \u2013 oder?<br \/>\nAllen in Sachen Glasfaserbreitbandnetz aktiven Zweckverb\u00e4nden und Ortsnetzgesellschaften ist eins gemein, sie wollen irgendwann Gewinne einfahren. Vor allem von den Zweckverb\u00e4nden versprechen sich die Kreise da einiges und es erkl\u00e4rt sich, warum die gro\u00dfen Parteien dort stramm zur Seite stehen. Dabei ger\u00e4t dann vor lauter Eifer das eigentliche Ziel aus der Sichtweite, den Haushalten zeitnah angemessen schnelle und vor allem g\u00fcnstige Kommunikation zu erm\u00f6glichen.<br \/>\nIn Seth d\u00fcrften wir in 2013 ein 10j\u00e4hriges Jubil\u00e4um der vergebenen M\u00f6glichkeiten, dieses Ziel zu erreichen, feiern. Na gut, dass mit dem Feiern lassen wir dann lieber. Das Ziel allerdings wird die FWS im Auge behalten. Wir stellen gerne immer wieder klar, dass wir grunds\u00e4tzlich nichts gegen eine Glasfaserl\u00f6sung mit dem WZV haben. Das Problem ist doch nur, dass diese Sache unseren Vorstellungen von Zeitplan, Kosten und Durchf\u00fchrung m\u00e4chtig hinter her hinkt. Sp\u00e4testens nach der Pleite mit der Firma Sacoin h\u00e4tte die Gemeindevertretung auf der Basis des bestehenden Kupfernetzes eine sachgerechte Ausschreibung veranlassen m\u00fcssen und Seth w\u00e4re mit schnellem Internet von 50 Mbit im Sommer 2012 versorgt gewesen. Und zwar auch \u00fcber eine Glasfaserleitung durch das ganze Dorf bis zum Hauptverteiler in Sieversh\u00fctten.<br \/>\nJetzt m\u00fcssen wir uns leider wieder sehr gedulden und je nach Neigung auf die Erf\u00fcllung einer 60%-Quote anschlusswilliger Haushalte hoffen oder auch nicht. Der Gemeindevertreter Kemmerich bringt es f\u00fcr die CDU auf den Punkt. Wenn sich in Seth nicht 60 % der Haushalte f\u00fcr die WZV-L\u00f6sung entscheiden, dann will diese Gemeinde eben kein schnelles Breitband. Wie armselig ist das denn!? Das \u00fcbertrifft sogar die dusselige Entscheidungshilfe einer ebensolchen einseitigen Umfrage zum Thema in Seth.<br \/>\nNun, wenn man genau hinschaut, hat das Methode. Die B\u00fcrger werden hingehalten, desinformiert, Alternativen werden unterdr\u00fcckt und dann holt der gute Onkel die Glasfaser aus der Tasche und alles st\u00fcrzt sich auf diese einzige letzte Gelegenheit. Man muss ja.<br \/>\nAch ja, da ist ja noch die SPD mit ihrer Entscheidung zu nennen. Die Sozialdemokraten wollten keinen Kredit zur Deckung der Wirtschaftlichkeitsl\u00fccke beim Angebot der Deutschen Telekom aufnehmen. Oberfl\u00e4chlich betrachtet ist daran nichts auszusetzen. Nur wenn es tats\u00e4chlich um Kostenersparnis gehen w\u00fcrde, h\u00e4tte die SPD sich rechtzeitig um die Sicherung der 75%-Breitbandf\u00f6rderung k\u00fcmmern m\u00fcssen und wir h\u00e4tten in Seth sogar vor 2011 schnelles Internet gehabt. So wird ein Kredit von \u00fcber 200 000,00 \u20ac, der nat\u00fcrlich nicht von der Gemeinde, sondern von ihren B\u00fcrgern bezahlt wird, vermieden. Gleichzeitig werden den m\u00f6glichen Kunden des WZV aber \u00fcber einen Zeitraum von 10 Jahren allein bei den Geb\u00fchren f\u00fcr gleiche Leistung Mehrkosten von ca. 1,2 Mio. \u20ac aufgebrummt. Die m\u00f6glichen Forderungen des WZV bez\u00fcglich des unternehmerischen Risikos k\u00e4men dann auch noch hinzu. <strong>Die FWS h\u00e4tte das gerne verhindert.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zun\u00e4chst muss man einige Hintergr\u00fcnde zum Thema schnelles Internet in Deutschland wissen. 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